Kirchengebäude laden nicht nur zum Gottesdienst ein, sondern zeigen mit ihrer Architektur und Symbolen auch, was Kirche ist.
Einige Elemente tauchen immer wieder auf, andere haben sich über die Jahrhunderte verändert oder neue sind dazugekommen. Sich auf die Entdeckungsreise in der Kirche zu begeben kann sehr spannend sein und hilft die Kirche zu verstehen.
Kirchen sind häufig an ihren alles überragenden Türmen zu erkennen. Sie können viele Formen haben. Manche sind breit und wuchtig, andere schlank und schlicht. Die einen enden spitz, die anderen haben ein Flachdach. Manche Kirchen haben auch mehrere Türme. Während und nach der Renaissance wurde gelegentlich auf den Bau von Türmen verzichtet und die Kirche als Kuppel gebaut. Moderne Kirchen haben zunehmend freistehende Türme, die eine besondere Stellung im architektonischen Entwurf einnehmen.
Die Glocke signalisiert die Zeit oder ruft zum Gottesdienst. Damit wird der Tagesablauf strukturiert und selbst in der Großstadt sind sie noch weit zu hören. Inschriften auf der Außenseite sollen die Botschaft laut in die Welt hinaustragen.
Kirchentüren markieren den Übergang von außen nach innen, vom Alltag in die Zeit des Heiligen. Türen laden ein oder weisen ab. Wer Türen überschreitet, der betritt einen anderen Raum. Man kommt als Gast und genießt das Gastrecht, muss sich aber auch an die Regeln des Hausherren halten.
Im Mittelalter fanden im Kirchenportal Gerichtsverhandlungen statt, hier wurden Handels- und Eheverträge geschlossen. Mit Erreichen des Türknaufes hatte man das Kirchenasyl erreicht und war vor Verfolgung geschützt.
Der Taufstein kann an unterschiedlichen Orten in der Kirche stehen, neben oder unter der Kanzel, neben dem Altar oder an der Seite. In katholischen Kirchen findet er sich oft in Seitenkapellen. Die protestantische Tradition ordnet den Taufstein häufig neben oder gegenüber der Kanzel an, um die Verbindung von Evangelium und Taufe deutlich zu machen. Am Eingang erinnert das Taufbecken die Gläubigen daran, dass das christliche Leben mit der Taufe beginnt. Befindet sich der Taufstein am Ende des Mittelgangs, verdeutlicht dies den Eingang des Täuflings in die Mitte der Gemeinde.
Eine Kanzel besteht aus einem Kanzelkorb, in dem der Prediger steht und der auf einem Fuß ruht oder an einem Pfeiler frei schwebt. Gelegentlich findet sich über der Kanzel ein Schalldeckel, der für die bessere Akustik zuständig ist. Besonders während des Barock wurden Kanzeln reich verziert und biblische Figuren wurden zur visuellen Unterstützung der Predigt angebracht. Reformierte Kanzeln dagegen blieben schmucklos.
Der Altar bietet das Zentrum auf den die Kirchen ausgerichtet sind. Über die Jahrhunderte haben sich die Altäre vom einfachen Holztisch zu prächtig ausgestalteten Hochaltären entwickelt. Ursprung ist die antike Opferstätte, auf der der Gottheit ein Opfer dargebracht wurde (lat. altare=adolare – verbrennen). Die Idee des Opfers hat sich in der katholischen Theologie in Form des Messopfergedankens bewahrt. In den protestantischen Konfessionen wird diese Vorstellung allerdings strikt abgelehnt.
Seit Jahrhunderten gehört im Abendland eine Orgel zum Gottesdienst. Es ist das größte von einer einzelnen Person spielbare Musikinstrument. Durch Luftdruck wird in unterschiedlichen Pfeifen ein Ton erzeugt. Das Instrument wird größtenteils von Hand gefertigt und bedarf einer sehr feinen Abstimmung. Luft, Metall und Holz spielen zusammen und symbolisieren die Verbindung von Himmel und Erde. So verweisen sie auf die Schöpfungsgeschichte (1. Mose 2).
Kirchenpädagogik ist ein Projekt des Religionsunterrichts (RU), das zum lebendigen Entdecken von Kirchenräumen in Berlin einlädt.
Der subjektorientierte Ansatz fördert die Einbeziehung der Lebenswelten der Teilnehmenden. Schulisches und außerschulisches Lernen ergänzen sich. Kirchenpädagogik eignet sich für die Kooperationen des RU mit anderen Fächern.